Drei Wendepunkte auf dem Weg zum Baby

Auf dem Weg zu unserem Sohn gab es für mich drei entscheidende Wendepunkte. Der erste liegt schon weit zurück. Mit Anfang 20 ist mein Vater verstorben. Er war Alkoholiker und ich hatte schon einige Jahre vorher keinen Kontakt mehr zu ihm. Die einzige Ausnahme war ein Telefonat. Da wollte er meinte Mutter anrufen, um sie zu beschimpfen. Ich bin aber ab das Telefon gegangen, er sagte, er könne nun nicht reden und meldet sich am nächsten Tag. Ich bekam Nasenbluten und wartete die nächsten 48 Stunden am Telefon (da waren Handys noch nicht verbreitet). Er rief nicht an und das war das letzte mal, das wir sprachen.

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photo credit: Baby On Board 🙂 via photopin (license)

Das ist jedoch bezeichnend für unsere Beziehung. Ich wurde versetzt, vertröstet und im Stich gelassen und ich habe immer auf ein happy end gewartet. Daher traf mich sein Tod sehr. Ich wurde um mein happy end betrogen. Es führte jedoch dazu, dass ich mich damit auseinandersetzen musste und ich konnte endlich abschließen, mit teils schwierigen Erfahrungen. Das dauerte etwas, bis ich das einigermaßen verarbeitet hatte, aber danach wusste ich, dass es nicht meine Schuld war und dass ich alles überlebe. Ich kann seitdem eigentlich immer die guten Dinge sehen und war bin mutiger als vorher. So mutig, dass ich meinen zweiten Wendepunkt durchziehen konnte.

Am Anfang meiner Promotion bin ich mit meinem Langzeitfreund zusammen in ein anderes Bundesland gezogen. Wir waren schon mehr als acht Jahre ein Paar und wohnten schon lange zusammen. Allerdings war etwas die Luft raus und ich hatte andere Vorstellungen vom Zusammenleben. Wir haben irgendwann unsere Hochzeit beschlossen. Das war der Plan von Anfang an, nach dem Studium heiraten wir. Also haben wir es ohne nachzudenken umgesetzt. Und dann habe ich die Krise bekommen.

Wir waren im Supermarkt beim Wochenendeinkauf und ich sagte ihm (für ihn wie aus heiterem Himmel), dass ich nicht mehr kann und es aus ist. Zugegebenermaßen kein idealer Ort zum Schluss machen. Er hat mir das auch nicht glauben wollen. Ich bin aus dem Supermarkt raus und er hat den Einkauf beendet. Eine sehr surreale und skurrile Situation. Zuhause habe ich klar gemacht, dass es nicht mehr geht und es vorbei ist. Dann habe ich meine Hochzeit abgesagt. Ohne diesen Wendepunkt hätte ich meinen Mann nie näher kennengelernt und es gäbe unseren super-tollen-kichernden Sohn nicht.

Mein Mann und ich wussten früh, dass wir Kinder wollen, nur noch nicht jetzt. Also habe ich die Pille abgesetzt und wir haben auf natürliche Weise verhütet. Vorbereitung des Organismus, Vorbeugung Eisenmangel und so weiter. Irgendwann hatte sich stressbedingt mein Zyklus verschoben und ich war überfällig. Wir haben dann einen Test gemacht und hatten eine Verdunstungslinie, es sah also eher positiv aus. Wir haben uns tierisch gefreut und waren dann traurig, als wir wenige Tage später feststellen mussten, dass ich doch noch nicht schwanger war (Frühtests sind doof!). Und das war der dritte Wendepunkt. Da waren wir bereit für ein Baby, viel früher als wir dachten. Etwa ein Jahr später kam dann auch schon unser Sohn zur Welt. Viel früher als erwartet, aber umso mehr willkommen.

Mein Mann und ich wussten früh, dass wir Kinder wollen, nur noch nicht jetzt. Also habe ich die Pille abgesetzt und wir haben natürlich verhütet. Irgendwann hatte sich stressbedingt der Zyklus verschoben und ich war überfällig. Wir haben dann einen Test gemacht und hatten eine Verdunstungslinie, sah also positiv aus. Wir haben uns tierisch gefreut und waren traurig, dass er nicht positiv war. Und das war der dritte Wendepunkt. Da waren wir bereit für ein Baby, viel früher als gedacht. Etwa ein Jahr später kam dann auch schon unser Sohn zur Welt. Viel früher als erwartet, aber umso mehr willkommen.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade.
von Tanja von Herzbauchwerk. Es hat mir viel Spaß daran teilzunehmen. Zum Beispiel hat die liebe Lotti von Zicklein & Böckchen in einem sehr emotionalen und persönlichen Text über einen traurigen WendePunkt in ihrem Leben geschrieben. Sie bricht mit einem Tabuthema und schreibt über ihre Fehlgeburt.

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