Mysterium Babyschlaf

Der Schlaf unterteilt sich in zwei Phasen, der REM Phase und der Non-REM Phase. Die Erste ist anfälliger für externe Störungen wie Berührungen und Geräusche. Hier werden Erlebnisse verarbeitet und Neues kann sich entwickeln, in der zweiten Phase erholt sich der Körper. Da Babys (und Kinder im Allgemeinen) noch sehr viel dazulernen, ist bei ihnen der Anteil an REM Phasen größer, bei Babys ist der Anteil etwa 50:50. Ein Schlafzyklus, d.h REM Phase und Non-REM Phase, dauert beim Baby ca. 20 bis 50 Minuten, wobei 50 Minuten die standardmäßig angegebene Zeit ist. Danach wacht es kurz auf und schläft wieder ein (oder auch nicht).

Neben den (individuellen) Schlafzyklen haben Babys einen bestimmten Bedarf an Schlafdauer. Hier ist zwischen 12 und 20 Stunden alles normal. Im Durchschnitt schläft ein Baby 15 Stunden (Neugeborene etwas länger und ältere Babys etwas weniger). Dieser Schlaf unterteilt sich in Tag- und Nachtschlaf, bei Otto-Normalbaby etwa im Verhältnis 1:2.

Neben den Zyklen und dem Schlafbedarf unterliegt jedes Baby (überhaupt jeder Mensch) einem zirkadianen Rhythmus. Das bedeutet, dass der Biorhythmus eine bestimmte Anzahl an Stunden beträgt. Im besten Fall sind das 24, dann ist man jeden Tag abends zur gleichen Zeit müde und morgens entsprechend fit. Es gibt aber auch die Nachtigall und die Lärche. Eine Nachtigall ist abends später müde, diese Babys möchten abends länger wach bleiben und kommen morgens schlechter aus den Federn. Die Lärche ist früh müde und steht früh auf.

 photo credit: Exhausted Amelia via photopin (license)
photo credit: Exhausted Amelia via photopin license

Ja, aber…
Die Schlafzyklen sind sehr individuell und ändern sich um laufe des Jahres dreimal. Ein Baby bis Alter vier Monate schläft etwa 20 bis 60 Minuten am Stück, nach etwa 20 Minuten setzt der Tiefschlaf ein (ich vermute er setzt bei einem sehr kurzen Rhythmus früher ein). Nach drei bis vier Monaten ändert sich der Schlafzyklus, er ist nun 20 bis 90 Minuten lang, dabei macht die Tiefschlafphase etwa 30% aus. Es gibt jetzt sogar drei Phasen, eine bewegte REM Phase, eine entspannte Schlafphase und im Anschluss den Tiefschlaf. Der Übergang ist hier noch immer anfällig für Störungen von außen. Mit etwa zehn Monaten nach der Geburt ändert sich der Schlaf erneut. Die Dauer des Zyklus bleibt gleich, jedoch befindet sich der Tiefschlaf nun zwischen den beiden anderen Schlafphasen und ist dadurch weniger störanfällig. Charlie Brown schlief am Anfang immer genau 30 Minuten, mit vier Monaten schlief er dann 40 Minuten. Eine solche Änderung muss aber nicht stattfinden, die Länge der Schlafphase kann auch gleich bleiben.

Schlaf als evolutionäres Gut
Babys sind kleine Neandertaler. Sie haben noch die gleich Bedürfnisse wie vor 10.000 Jahren. Explizit beim Schlaf bedeutet dies, sich in Sicherheit zu fühlen. Und dies hat das Baby bei der Bezugsperson Nr. 1, wenn es in Bewegung ist und/oder an der Brust sein darf. Die Mamas haben hier unverkennbare Wettbewerbsvorteil, so dass Bezugsperson Nr. 1 häufig die Mutter ist.

Babys brauchen also eine sichere Umgebung. Das Sicherheitsbedürfnis ist von Baby zu Baby verschieden. Die einen brauchen etwas Freiraum und möchten „nur“ Mama an ihrer Seite spüren (aber alleine liegen und schlafen), die anderen Einschlafstillen auf Mamas Bauch. Das ist eine Charakterfrage und kann nicht beeinflusst werden. Zumal sich auch das Nähebedürnis ändert. Ab dem 6ten Monat suchen Babys immer mehr nach Freiräumen. Sie werden mobiler und entfernen sich von den Eltern (mit Blickkontakt). Ein erster kleiner Autonomieschritt, weg von der symbiotischen Mutter-Kind-Beziehung.

Üblicherweise sind Babys auch unempfindlich gegenüber Geräuschen. Das ist aus evolutionärer Sicht sehr sinnvoll, denn sie hätten sich im Falle eines Mammutangriffs eh nicht helfen, geschweige denn verteidigen können. Deshalb können Babys im Schlaf Geräusche filtern. Sie hören nicht, wenn 35 Polizeiautos vorbei fahren, aber wenn das Bett knarzt wenn Mama aufsteht, dann sind sie wach. Was als unwichtig erachtet wird ist von Baby zu Baby verschieden. Charlie Brown hält alles für wichtig und wird sehr schnell wach. Wenn er schläft, schreiben Herr Griesgram und ich uns Nachrichten, da wir ihn sonst wecken.

Warum schlafen manche Babys so schlecht…
Manche Babys haben Schwierigkeiten einzuschlafen. Es könnte ja jederzeit ein Mammut um die Ecke kommen. Oder ein Säbelzahntiger. Sie benötigen eine perfekte Sicherheitsumgebung. Diese Babys lassen sich auch oft nicht ohne Protest ablegen. Nach einem Schlafzyklus kontrollieren sie ob es noch sicher ist (das heißt ob alles noch so ist wie es beim Einschlafen war). Ist das nicht der Fall werden sie wach.

Charlie Brown kontrolliert sehr stark. Er benötigt ein hohes Maß an innerer Ruhe und sicherer Umgebung. Selbst wenn er schon schläft, macht er manchmal kurz die Augen auf (insbesondere in der zweiten Schlafrunde, da hat er ständig kurz die Augen auf und man denkt er schläft gar nicht). Manchmal hat er die Augen auch noch einen viertel Millimeter geöffnet, so dass es aussieht als döse er nur. Auch das ist total normal.

…und warum schlafen sie nicht durch…
Durchschlafen bedeutet, dass Babys fünf bis acht Stunden schlafen ohne nach Einschlafhilfe (oder Spiel, Spaß und Spannung oder Nahrung ) zu verlangen. Schläft ein Baby also um 19 Uhr ein, hat es per Definition um Mitternacht „durchgeschlafen“. Das mag sich für die Mutter jedoch völlig anders anfühlen. Die meisten Babys meistern die fünf Stunden im Verlauf des ersten Lebenshalbjahres. Zehn Stunden am Stück und länger schlafen jedoch auch mit sechs Monaten nur 30% aller Babys.

…und warum lassen sie sich nicht ablegen?
Da Babys (eigentlich jeder Mensch) nach einem durchlaufenen Schlafzyklus die Einschlafbedingungen kontrolliert, wacht es auf wenn der „Check“ nicht bestanden wurde. Ist es also eingeschlafen mit Schnuller im Mund, gehend auf Mamas Arm, wacht es auf wenn es alleine ohne Schnuller im Bett liegt. Manchen Babys reicht es dann wenn der Schnuller da ist, um Bett liegen ist dann in Ordnung. Deren Kontrolle war also „Schnuller noch im Mund“. Andere kontrollieren vielleicht „Schnuller im Mund und ich sehe Mama“, da könnte man ablegen und sich dazu setzen. Ist die Bedingung jedoch „Schnuller im Mund, auf Mamas Arm, 3cm vom Küchentisch und es ist leicht dämmriges Licht“, kann man machen was man will, dieses Baby wird vermutlich wach. Grundsätzlich gilt jedoch, dass je einfacher die Einschlafbedingungen, desto besser schlafen Babys weiter. Ob man sie ablegen kann ist leider eine Charakterfrage. Man kann da nichts trainieren!

Tag- und Nachtschlaf
Der Schlafbedarf eines Babys ist aufgeteilt auf den Tag und die Nacht (logischerweise). Während es bei Neugeborenen noch sehr gleichmäßig auf alle Stunden des Tages verteilt ist, geht die Tendenz mit zunehmendem Alter immer mehr zum Nachtschlaf. Ein drei Monate altes Baby schläft im Durchschnitt also zehn Stunden in der Nacht und fünf am Tag, diese fünf Stunden sind häufig aufgeteilt auf drei Nickerchen. Hier ist jedoch alles normal, Charlie Brown hatte beispielsweise oft nur kurze Schläfchen von einem Schlafzyklus und davon brauchte er entsprechend dann mehr, um seinen Gesamtschlafbedarf zu decken. Wichtig ist jedoch, dass sie immer eine Tiefschlafphase mitnehmen. Oft liest man, dass Babys mindestens eine Stunde schlafen müssten, sonst wäre es nicht effektiv. Damit ist gemeint, dass eine Tiefschlafphase dabei sein sollte. Nur der REM Schlaf ist nicht erholsam.

Ab dem 7ten Lebensmonat reduziert sich der Tagschlaf, der Nachtschlaf nimmt weiter zu. Jetzt reichen schon zwei Nickerchen aus. Mit dem vollendeten ersten Lebensjahr gibt es dann (endlich?) den klassischen Mittagsschlaf. Die meisten Babys finden einen solchen Rhythmus von ganz alleine und brauchen keine Hilfe. Eine Ausnahme sind beispielsweise Schreibabys, hier kann oft ein geregelter Tagesablauf hilfreich sein. Ein eher diffuser Tagesrhythmus ist auch ganz normal, man muss nicht zwanghaft ein Schema erzwingen. Wenn man sich genügend Zeit gibt und auf sein Baby achtet, kommt es meist von alleine.

Auch der Nachtschlaf selbst ist in zwei Teile unterteilt. In der ersten Hälfte sind längere Tiefschlafphasen und Babys sind insgesamt ruhiger. In der zweiten Schlafhälfte ist der Anteil am REM Schlaf größer, hier wälzen sich die Babys und stöhnen, grunzen, quieken und klingen überhaupt wie ein Bauernhof.

Am Abend haben alle Babys (zumindest fast alle) eine ruhige, angenehme Schlafphase, wenn man sehr übernächtigt ist, sollte man die immer nutzen. Es schläft sich auch als Erwachsener schon um 19 Uhr hervorragend! 😉

Wie dem Baby beim Einschlafen helfen?
Karps 5S Methode
Dr. Karps Methode beinhaltet fünf Eckpfeiler: Pucken, Wippen, weißes Rauschen, Seitenlage und Nuckeln. Ich würde dem noch Abdunkeln hinzufügen. Wenn man alles zusammen macht ist es das ultimative Werkzeug gegen abendliches Schreien. Oft reichen auch Teile davon. Pucken haben wir nie gemacht und die Seitenlage mochte Charlie Brown nicht. Was immer schnell funktioniert hat war im abgedunkelten Raum auf den Gymnastikball die Brust geben und nebenher die Dunstabzugshaube laufen lassen. Ein müder Charlie Brown konnte so keine fünf Minuten durchhalten.

Bewegen und Nuckeln gehören zu den evolutionsbedingten Einschlafhürden, daher hilft Einschlafstillen oft oder auch Spazieren gehen. Alternativ auf dem Gymnastikball wippen oder eine Federwiege benutzen. Eine tolle Übersicht an Federwiegen findet Ihr auf dem Wunschkindblog. Weißes Rauschen erinnert die Kleinen an den mütterlichen Blutfluss im Mutterleib (wird vermutet wird), hierfür sind beispielsweise ein Fön, Staubsauger oder die Dunstabzugshaube sehr hilfreich. Nuckeln kann ein Baby an allem. Schnuller, Spucktuch, Kleidung, Teddys oder natürlich die Brust. Der kleine Finger tut es auch zur Not, aber bitte vermeiden, den Fingernagel zum Oberkiefer auszurichten, da dieser zu hart ist für den zarten Mund. Charlie Brown beruhigt sich nur an der Brust, nuckelt bei guter Laune aber an allem was er sieht.

Rituale
Babys mögen bestimmte schematische Abläufe, daher helfen Rituale. Wir haben das zu spät eingeführt und hätten das schon früher nutzen können. Das muss nichts Spektakuläres sein, sollte jedoch immer der gleiche Ablauf und nicht zu langatmig sein, damit das Baby die Zusammenhänge erkennen kann. Bei uns zieht Herr Griesgram abends Charlie den Schlafanzug an, dann machen wir die Dunstabzugshaube an, schließen die Vorhänge und Wippen und Stillen im Wechsel. Also ich, nicht mein Mann. Solange, bis er an der Brust einschläft.

Deshalb funktioniert Auto fahren auch so hervorragend, um Babys zum schlafen zu bringen. Man zieht die Jacke an, rein in den Sitz, anschnallen und fahren. Da hat man ein Ritual, weißes Rauschen und Ruckeln. Mit Schnuller im Mund ist es das Babyparadies! Einzig Körperkontakt fehlt. Die meisten Babys sind da aber kulanter als Charlie Brown.

Einschlafpläne
Es gibt verschiedene sanfte(re) Methoden Babys beim einschlafen zu helfen, bzw unliebsame Angewohnheiten los zu werden. Zum Beispiel hat Elisabeth Pantley einen 10 Punkte plan, der im wesentlichen aus Analyse, Umsetzung und Revision besteht. Eine kurze Zusammenfassung ist hier.

Zum nächtlichen Abstillen gibt es einen 10 Nächte plan von Jay Gordon. Eine kurze Zusammenfassung ist hier.

Jede Veränderung wird vermutlich nur unter Protest einher gehen. Man muss also wissen wann man selbst und wann das Baby bereit sind. Wir haben hier noch nichts ausprobiert. Charlie Brown ist noch so klein und ändert sich noch so viel, da lassen wir ihm noch seine gewohnte Prozedur.

Allgemeines
Vor dem Schlafen gehen sollte man es natürlich langsam angehen lassen und, wenn möglich, Ruhe einkehren lassen. Auch hilft es, wenn man tagsüber viel an der frischen Luft war und Schlafen nicht zum Zwang gemacht wird. Und natürlich: wenn Babys tagsüber sehr viel schlafen, schlafen sie nachts entsprechend weniger! Es kann sehr hilfreich sein sich zu notieren, wie viel das Baby schläft. Man kann schon auch sanft in den Rhythmus eingreifen, es dauert ca. 10 bis 14 Tage bis es fruchtet, bloß nicht zu früh aufgeben!

Wenn es geht, sollte man auch gewisse Schlafassoziationen vermeiden. Schläft ein Baby nur an der Brust ein und trinkt nicht so aus Spaß an der Freude auch mal, dann assoziiert es die Brust mit Einschlafen und trinkt unter Umständen zu wenig. Zudem braucht es dann zum Schlafen immer die Brust im Mund. Daher sollte man verschiedene Einschlaftechniken parat haben, falls mal eine nicht funktioniert (zum Beispiel spazieren gehen, Gymnastikball, Herumtragen, Einschlafstillen…). Im besten Fall kann man ein Baby auch ablegen oder sogar kurz vor dem Einschlafen ins Bett legen (aber dann liest man diesen Blog hier wahrscheinlich gar nicht, wenn das so einfach wäre).

Müdigkeitsanzeichen
Müdigkeitsanzeichen zu erkennen ist wichtig. Kennt man diese, weiß man wann man loslegen kann mit der Einschlafbegleitung. Üblicherweise sind das Signale wie

  • Gähnen
  • Augen reiben
  • Ohren reiben
  • mehr oder weniger Bewegung (Aktivität)
  • Quengeln
  • rote Wangen
  • Das Erkennen der Müdigkeitsanzeichen ist jedoch nicht immer leicht. Beispielsweise ist das Quengeln ein ganz schweres Zeichen, das kann alles heißen, nicht nur Bedürfnis nach Schlaf. Es müsste am Baby eine Fortschrittsleiste geben, wenn die voll ist, muss es ins Bett. Wahrscheinlich hilft uns die künstliche Intelligenz und Big Data hier demnächst weiter und die Datenbrille informiert uns, wenn sie im gescannten Babygesicht die Müdigkeit zu erkennen gedenkt.

    Charlie Brown beispielsweise gähnt direkt nach dem Aufwachen und reibt sich die Augen – egal, ob er nach 15 Minuten aufgeschreckt wird oder mehrere Stunden fest schlief. Wir haben also lange gedacht, dass er immer müde ist. Jetzt ignorieren wir diese Anzeichen. Nach einiger Zeit wird er quengelig oder schmusig. Dann ist er müde. Vorher ist es sehr anstrengend. Ich denke man muss da einfach ein wenig herumprobieren. Das hört sich schrecklich leicht an, ist in der Praxis aber schwer. Zumal die Babys schnell übermüdet sind und man dann erst einmal Ruhe schaffen muss. Wenn Charlie Brown zufrieden vor sich hin gluckst, hat man fast keine Chance, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Dann kippt die Stimmung häufig schlagartig und er weint bitterlich.

    Das richtige Maß an Müdigkeit
    Aufgedreht am Abend
    Viele Babys sind abends überdreht vom Tag. Das führt bei den jüngeren Babys zu abendlichem Schreien und bei den älteren Babys zu allgemeinem Unmut, Ningel und Nöckel. In jedem Fall hilft es nicht beim Einschlafen. Viele (Internet-)Ratgeber schlagen vor, dann ein Buch zu lesen oder ein beruhigendes Bad zu nehmen. Da kann ich nur müde lächeln. Ein Bad unter Müdigkeit macht Charlie Brown stinksauer und das tut er auch kund. Da hilft nur Stillen, Kuscheln und Wippen. Hier ist insbesondere die 5S Methode ein Segen. Ich habe, wenn er abends viel geweint hat und noch zu aufgebracht zum nuckeln war, immer meine Wange an seine geschmiegt. Hautkontakt ist noch besser als normales Kuscheln, da dabei mehr Oxytocin (Glückshormon) ausgeschüttet wird. Einmal habe ich uns beide komplett ausgezogen und wir haben im verdunkelten Kinderzimmer gewippt. Das hat auch funktioniert.

    So wirklich viel kann man gegen die abendliche Unruhe nicht tun, zunächst kann man vor zu vielen Reizen schützen, das reduziert das Weinen enorm. Keine Reize sind jedoch für beide Parteien auf Dauer langweilig, wenn das Weinen also weniger wird, muss man mutig sein und sich und dem Kind Neues zumuten. Ich bin da leider viel zu feige. Uns hat erst die U4 gezeigt, dass Charlie Brown nun Reize verarbeitet und auch braucht. Das führt zum nächsten Punkt. Babys müssen müde sein um zu schlafen.

    Nur müde Babys schlafen
    Das hört sich banal an, ist es aber nicht. Es gibt einen perfekten Punkt, an welchem Babys gut eingeschlafen. Ist man darüber hinweg, ist das Baby aufgedreht. Ist man jedoch darunter, kann es einfach nicht schlafen (es ist ja nicht müde genug). Man projiziert zum Beispiel schnell den eigenen Wunsch in das Baby (weil man selbst gerade schlafen möchte oder etwas essen möchte etc). Dann missdeutet man schnell Signale. Wir haben oft gedacht, dass Charlie Brown müde ist, weil er so viel gähnt. Aber er gähnt einfach viel, das sicherste Müdigkeitsanzeichen ist leider quengeln. Darauf muss man erst einmal kommen!

    Familienbett
    Das Familienbett kann viele Schlafschwierigkeiten (bei Mutter, Vater und Kind) reduzieren (lösen würde ich nicht behaupten). Durch die Nähe fühlen sich die Babys sicherer und schlafen daher besser. Zudem synchronisiert sich der Schlafrhythmus von Mutter und Kind, so dass das Aufwachen für die Mütter nicht ganz so elendig ist. Mit der Zeit kann man so sogar im 3/4-Schlaf stillen und wird gar nicht mehr so schlimm aus dem Schlafmodus gerissen. Zudem ist das gemeinsame Zubett-gehen ein Ritual und auch das erleichtert es. Natürlich ist das nicht für jedermann, wir haben damit gute Erfahrungen (wobei unser Familienbett lange Zeit das Sofa war, da Charlie Brown Einschlafen mit dem Wohnzimmer verbunden hat. Irgendwann hatte ich solche Rückenschmerzen nachts, also sind wir einfach in der Nacht mit Sack und Pack umgezogen, und siehe da, es ging ganz einfach. Jetzt schlafen wir im Wohnzimmer ein und ziehen dann mit schlafendem Charlie Brown um).

    Schlafstörungen
    Eine Schlafstörung ist schnell diagnostiziert. Quasi alles, was nicht super funktioniert, ist sofort eine Schlafstörung. So haben 70% aller Babys eine Schlafstörung, inklusive Charlie Brown. Wir haben einmal bei einer Osteopathin angerufen (Ärztin, keine Heilpraktikerin) und schilderten seine Schwierigkeiten, bei Tag wieder einzuschlafen, und zack waren wir in der Schublade „Schlafstörungen“, ich durfte nicht mal zu Ende sprechen, da waren wir schon klassifiziert. So etwas stößt mir immer unangenehm auf. Der Mensch ist doch so individuell, dass eine Sprechstundenhilfe nicht nach zwei Minuten eine „Diagnose“ stellen kann. Insbesondere für ein Verhalten, welches auch noch ganz wunderbar normal ist. Sollte ein sechs Monate altes Baby die Nacht zum Tag machen oder täglich nur acht Stunden insgesamt schlafen, dann würde ich den Kinderarzt bitten zu gucken. Aber nur, weil man keine elf Stunden am Stück babyfrei hat, ist das Kind noch lange nicht gestört. Insbesondere ist das kein Grund für Schlaftraining, zum Beispiel ferbern (warum wir das nicht machen, habe ich hier aufgeschrieben) .

    Ein Wort zu den Quellen
    Mein Wissen über den Baby Schlaf basiert auf verschieden Büchern und Internetseiten. Zu den Büchern zählen Babyjahre von Remo Largo, die Bücher von Elisabeth Pantley sowie das Schlafbuch von Herbert Renz-Polster und Nora Imlau. Im Internet habe ich viel im Wunschkindblog gelernt. Über die verschiedenen Schlafphasen habe ich bei der Hebammeninfo gelesen.

    Insgesamt habe ich aber gefühlt das gesamte Internet quer Beet gelesen. Was mir aufgefallen ist, dass sich viele Angaben widersprechen. Beispielsweise schreibt Elisabeth Pantley, dass der Schlaf 60 Minuten dauert, das ist nur für ältere Babys korrekt. Zudem findet man oft, dass der Schlaf 50 Minuten dauert und gerät dann in Panik, weil das eigene Baby weniger schläft. Ich habe also mit meinen gesunden Menschenverstand und meinen Erfahrungen mit Charlie Brown alles zusammengefügt.

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