Money makes the world go round – Sparen für und mit Familie

Geld ist ein unglaublich leidiges Thema. Keiner hat es, jeder will es und darüber reden ist auch nicht sehr beliebt. Dennoch möchte man ja für seinen Nachwuchs etwas sparen, zum Beispiel für die erste Wohnung und/oder ein Studium. Also fängt man in der Regel früh damit an. Wir für uns haben beschlossen, dass wir erst auf ein Eigenheim für die gesamte Familie hin sparen und die eingesparte Miete dann anlegen für des Kindes erste Wohnung usw. Im Grunde macht es keinen großen Unterschied, was die Reihenfolge des Sparens angeht, ob man direkt für das Kind spart oder erst für das Familienheim und anschließend erst weiter für das Kind. Es bleibt ja schließlich alles in der Familie. Und auch ein Eigenheim spart zwar Miete, verursacht dafür aber andere, nicht zu unterschätzende Kosten.

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Übersicht

Einführende Worte zum Sparen

Das Ziel ist eindeutig: das Geld soll mehr werden! Oder genauer: das Vermögen. Je nach Anlage-Typ ist man dafür bereit, ein bestimmtes Risiko in Kauf zu nehmen. Nämlich, dass man im Zweifel auch schon mal Geld verlieren kann. Im Allgemeinen gilt dabei: je größer das Risiko, desto höher die mögliche Rendite. Dass dies nicht immer so eintreten muss, versteht sich von selbst. Stichwort: vermeintlich „sichere“ verbriefte Hypothekenkredite (das sind die Dinger, die die Finanzkrise 2007 verursacht haben). Da Anlageentscheidungen nicht gerade einfach sind, möchten wir versuchen, etwas Licht in die dunkle Materie zu geben.
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Versteckter Geldfresser Inflation

Ein wichtiger Aspekt, weshalb Geld angelegt werden sollte, ist die Inflation, also die Preissteigerung. Ich zum Beispiel erinnere mich an Eiskugeln (NRWler sagen Eisbällchen) für 50 Pfennig. Möchte man heute eine Kugel Eis für 25ct kaufen, wird man mindestens etwas verwirrt angeguckt. Eisbällchen bekommt man für den Betrag schon mal gar nicht.

In den letzten 20 Jahren sind die Preise also gestiegen. Gehen wir von einer moderaten Inflation von 2% aus, dann entspricht unser Warenkorb (bestehend aus Miete, Essen, TV, …), für den wir im Jahr 2016 den Betrag von 10.000€ zahlen, im Jahr 2036 einem Preis von etwa 15.000€. Das sind 50% mehr, zwar mit einem etwas anderen Warenkorb (Bsp. Datenbrillen im Jahr 2036?), aber mit den Dingen, für die man als Normalbürger so Geld ausgibt! Bottom line: Wir können also in der Zukunft weniger für das Geld kaufen als dies heute der Fall ist.

Wenn wir sparen, dann machen wir das nicht nur, um uns irgendwann große Anschaffungen leisten zu können, sondern wir wollen auch für jeden gesparten Euro mit Hilfe der Verzinsung bzw. der Rendite in der Zukunft mindestens genauso viele Eisbällchen kaufen können. Sonst könnten wir uns doch heute schon die Eisbällchen kaufen, wir bekommen mehr davon und müssen obendrein auch nicht warten! Das Ziel ist also einen Zinssatz zu erhalten, der höher ist als die Inflation (die Differenz wird in der Wirtschaftssprache übrigens Realzins genannt).

Zunächst einmal gibt es zwei grundsätzliche Arten, Geld für die Zukunft anzulegen. Einmal ohne Kapitalmarkt in Form von

  1. Sparbuch & Tagesgeld
  2. Bausparvertrag
  3. (Lebens-)Versicherung
  4. Crowdlending

oder mit Kapitalmarkt mit Wertpapieren wie

  1. Anleihen
  2. Aktien
  3. Fonds
  4. ETFs
  5. Zertifikate

Die unterschiedlichen Anlageformen werden wir versuchen Euch im Folgenden etwas näherzubringen und verständlich zu machen.
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Sparen ohne Kapitelmarkt

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Möchte man nicht via Kapitalmarkt sparen, gibt es sehr risikoarmen Möglichkeiten Sparbuch, Bausparvertrag, Versicherung (Lebensversicherung) und ferner Crowdlending. Im Prinzip gibt es kein risikofreies Sparen, Banken und Versicherungen können bankrott gehen. Eine ganz neue Möglichkeit zu sparen, die jedoch sehr risikobehaftet ist, ist das „Crowdlending“, also Kreditvermittlung ohne Banken.
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Das klassische Sparbuch & das schnelle Tagesgeld

Bei der Sparkasse bekommt man auf dem Sparbuch derzeit 0,3% Zinsen. Die Zinsen sind beim Sparbuch nicht über einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben. Es könnte also sein, dass die Zinssätze auch mal über den Inflationsraten liegen. Das tun sie aber quasi nie. 1997 lag der durchschnittliche Sparzins bei 1,7%, die Inflation lag knapp unter 2%, 2002 war die Rendite 1%, die Inflation 1,15%, 2007 waren Rendite und Inflation beide bei 2,3% und 2011 war die Inflation bei 2%, der Zins aber bei 1,14%. Wir hätten also zu dazu jedem Zeitpunkt Miese gemacht, unsere Kaufkraft sukzessive verringert.

Das Tagesgeld ist quasi die Weiterentwicklung des Sparbuchs. Das Geld ist wesentlich flexibler hierbei, innerhalb weniger Sekunden teilweise kann man das Geld auf das Girokonto überwiesen haben und sich auszahlen lassen. Zumindest bei geringeren Beträgen. Einige Banken locken Neukunden auch mit einem zeitlich befristeten höheren Zins, Zins-„Schnäppchenjäger“ könnten sich also die Mühe machen und regelmäßig ein neues Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank eröffnen. Oben gesagtes gilt aber nach wie vor.

In Deutschland garantiert der Einlagensicherungsfonds aktuell bis zu einer Summe von 100.000€ pro Person die bei einer Bank eingelegten Gelder. Für Gemeinschaftskonten ergo 200.000€. Geht die Bank pleite, bekommt man mindestens bis zu dieser Summe den eingelegten Betrag erstattet. Hier lohnt es sich bei dem Finanzinstitut nochmal nachzuhaken, wie weit die weiterführende Einlagensicherung geht. Der Umfang der gesetzlichen Einlagensicherung wird immer weiter zurückgefahren. Bei der Pleite einer sogenannten „systemrelevanten“ Bank halten wir es für zweifelhaft, dass der Einlagensicherungsfonds für alle Verbindlichkeiten aufkommen wird (zu Deutsch: man bekommt sein Geld nicht wieder ausgezahlt). Für uns haben wir aus all den Gründen das Sparbuch ausgeschlossen.
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Bausparen

Ein Bausparvertrag ist nicht zum Sparen gedacht, sondern zum Bauen (wer hätte das bei dem Namen erwartet?). Bei dem Vertrag spart man über eine bestimmte Zeit (zwischen sieben und 15 Jahre) an und dieses Geld ist dann im Anschluss als Eigenkapital für einen Immobilienkredit vorbestimmt. Dabei werden bei Vertragsabschluss bereits der Sparzins und der Darlehenszins festgeschrieben. Zusätzlich kann man noch „Wohn-Riester“ bekommen. Ganz grob(!) sind das aktuell 600€ für ein Kind und insgesamt 900€ für zwei Kinder, pro Jahr (und noch mehr für drei oder vier oder mehr Kinder).

Derzeit beträgt der Bauzins etwa 0,5%, der Darlehenszins liegt bei 2.5%. Zum Sparen alleine ist der Vertrag daher momentan eher ungeeignet, wenn man jedoch Wohneigentum anstrebt, dann hat es den Vorteil eines niedrigen (und festen) Kreditzinses. Am Ende kommen immer noch einmal Gebühren hinzu, mindestens 1% der Bausparsumme.

Ein Bausparvertrag läuft im Prinzip immer gleich ab. Am Anfang ist die Ansparphase, anschließend kommt die Zuteilungsphase. Wir nehmen an, der Betrag wurde voll angespart. Jetzt kann man weiter sparen (wenn die Bank das erlaubt), auszahlen lassen oder das Darlehen in Anspruch nehmen. Bei den aktuellen Marktzinsen ist die Verlockung zu sparen sehr klein, daher vermuten wir, dass man das Darlehen auch nutzen wird, wenn man einen Bausparvertrag abgeschlossen hat.

Mit der Riesterförderung hat man im Vergleich dazu in zehn Jahren 6.000 oder 9.000€ (oder entsprechend mehr bei mehr Kindern) mehr gespart. Entsprechend kleiner ist das darauffolgende Darlehen und die monatliche Tilgung. Die Zinsen momentan sind sehr niedrig. Allerdings ist man gezwungen, dann auch eine Immobilie erwerben zu müssen, ansonsten muss die Förderung zurückgezahlt werden.

Das Darlehen ist also gut, wenn man von steigenden Darlehenszinsen ausgeht. Ist der Zins einen Prozentpunkt höher, zahlt man etwa 35€ mehr pro Monat. Das sind über 4.000€, die man mehr zahlt. Das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung. Man hätte auch mehr Zinsen erwirtschaften können. Man hätte eine geringere Darlehenssumme und hätte trotz höherem Zins eine geringere monatliche Belastung! Es lohnt also am meisten bei sehr hohen Darlehen und bei Erwartung steigender Zinsen in Zukunft. Mit der Riesterförderung verbessert sich die Bilanz.
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Lebensversicherung

Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Lebensversicherung, auf der einen Seite die, die im Todesfall zahlt, und auf der anderen Seite ist die kapitalbildende Versicherung. Da es hier um das Sparen geht, betrachten nur die kapitalbildende Versicherung. Grundsätzlich läuft dies so ab: man bekommt einen über die Zeit fest vereinbarten Zins und zusätzlich bekommt man Ausschüttungen aus dem Überschuss der Versicherung.

Für den festgelegten Zins gibt es eine Untergrenze vom Bundesfinanzministerium, der ist derzeit bei 1.25% (also unterhalb der Inflationsrate). Ich kenne keinen Versicherer, der ernstzunehmend darüber liegt, den Inflationsausgleich garantiert sogar keiner.

Dazu bekommt man Ausschüttungen vom Überschuss. Die hängen stark von der Anzahl der verkauften Versicherungen ab und wie gut die Konditionen der Verträge sind und sie hängen ab davon, wie gut die Versicherung wirtschaftet (bzw. am Kapitalmarkt investiert).

Zur Bemessung der Überschüsse werden erst die Zinsen an alle Parteien ausgezahlt und danach wird geschaut, wie viel Überschuss die Versicherung erwirtschaften konnte. Aktuell haben viele Versicherungen noch Verträge mit garantierten 4% Zinsen. Dadurch werden die Ausschüttungen kleiner. Zumal die Versicherung nicht offen legen muss, wie genau der Überschuss zu Stande kommt und wie hoch er ist. Man kauft also die Katze im Sack. Bisher erhält man etwa eine Rendite auf die Lebensversicherung i.H.v. 4%, die Tendenz ist jedoch eher fallend. Zudem zahlt man auf den erhaltenen Gewinn noch die Abgeltungssteuer, wie bei allen Kapitalerträgen.
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Crowdlending

Crowdlending ist eine neue Form der Kreditvermittlung ohne Banken. Dabei erhalten Unternehmen oder auch Privatpersonen einen Kredit von anderen Privatpersonen, den Crowdlendern. Man findet sich über eine Internet-Plattform (wie eine Singlebörse für Kredite). Auch die Höhe des Kredits ist für die Anleger frei wählbar. Die Kreditvermittlung kostet natürlich Gebühren, jedoch deutlich geringer als bei Banken oder Versicherungen. Zumeist erhält der Vermittler einen Prozentsatz der Rendite ein, so dass es sich für den Anleger nicht so anfühlt, als würde er Gebühren abtreten.

Beim Crowdlending müssen definitionsgemäß mehrere bzw. viele Kreditgeber, die Crowd, daran beteiligt sein, die finanziellen Mittel für die Bereitstellung eines Kredites aufzubringen. Größere Crowdlending-Plattformen sind auxmoney, smava, Lendico, Zencap, Crosslend und kapilendo.

Unternehmen, die hier Geld leihen, haben oft keinen klassischen Kredit von ihrer Hausbank bekommen (z.B. auf Grund schlechter Bonität). Es muss sich hierbei aber nicht zwangsläufig um risikoreiche Geschäfte oder junge Unternehmen wie Start-Ups handeln, die Kredite suchen, sondern kann auch schlicht mit der aktuellen Geschäftspolitik der Banken zusammenhängen, die einen Kredit verweigert haben. Die Zinsen (also unsere Renditeerwartung) können von Tagesgeldniveau (für sichere Anlagen) bis zu recht renditeträchtig (risikoreiche Projekte) variieren. Es gibt grundsätzlich zwei Formen des Crowdlending: von Privatpersonen an Privatpersonen (P2P) oder von Privatpersonen an Unternehmen (P2B).

Crowdlending ermöglicht es, besser zwischen Wunschzins und -risiko abwägen zu können. Man kann sich zudem aussuchen, wen oder was man fördert und so Start-Ups oder besonders innovative oder nachhaltige Ideen fördern. Jedoch ist es möglich, dass selbst vermeintlich todsichere Projekte am Ende nicht erfolgreich sind. Die Plattformen bieten zwar eine Risikoeinschätzung an, die eine Hilfe zur Einschätzung ist, aber prinzipiell hat man weniger Informationen als bei Kapitalmarktanlagen. Für uns ist damit das Risiko geschätzt eher so hoch wie bei diversen Kapitalmarktinvestitionen und zum Sparen daher nur bedingt geeignet. Wer jedoch tolle Projekte, vielleicht sogar in Heimatnähe, unterstützen möchte und sich des Risikos bewusst ist, für den ist Crowdlending eine wunderbare Idee!
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Investieren am Kapitalmarkt

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Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, am Kapitalmarkt sein Geld anzulegen. Viele davon sind so abgefahren, dass teilweise sogar die Leute, die die Finanzprodukte entwerfen, sie nicht verstehen. Wir picken uns die bekanntesten Anlageklassen auf dem Kapitalmarkt heraus und vernachlässigen in unserem Beitrag die Devisen- und Geldmärkte, da wir uns auf langfristiges Investieren fokussieren wollen. Betrachten werden wir im Folgenden die Anlagefelder:

  1. Anleihen
  2. Aktien
  3. Fonds
  4. ETFs
  5. Zertifikate

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Anleihen (Renten)

Eine Anleihe ist eine Schuldverschreibung. Man erhält dann keine Anteile am Unternehmen, sondern gibt dem Unternehmen quasi einen Kredit. Das geliehene Geld wird dem Anleger mit Zins zurück gezahlt. Geht das Unternehmen pleite, wird man als Anleihegläubiger immerhin bevorzugt behandelt. Laufzeit und Zins der Anleihe ist meist fixiert und man kauft eine Anleihe zumeist günstiger ein als den Geldbetrag, den man am Ende der Laufzeit ausgezahlt bekommt. Bspw. Kauf einer 100€-Anleihe heute zum Preis von 99€ mit Laufzeit von einem Jahr resultiert in 100€ Auszahlung nach einem Jahr, ergo ca. 1% Zins. Verschiedene Anleihen können unterschiedliche Laufzeiten haben, man kann auch Anleihen mit 20 Jahren Laufzeit oder mehr erwerben.

Staaten sind die größten Emittenten von Anleihen. Je wahrscheinlicher ein Bankrott oder bei Unternehmen der Konkurs, desto höher ist der Zins, der gezahlt werden muss. Das liegt daran, dass die Wahrscheinlichkeit wesentlich größer ist, dass der Käufer einer Anleihe einen Totalverlust einfährt, wodurch dieser natürlich mit einer höheren Rendite (=Zins) kompensiert werden muss. Sonst würde er nicht kaufen und der Emittent (Staat oder Unternehmen) kein Geld erhalten. Bei an der Börse gehandelten Anleihen kann der gehandelte Preis sehr stark von dem ursprünglichen Ausgabepreis abweichen: die 100€-Anleihe aus dem Beispiel oben kann hier am zweiten Börsentag für 98€ gehandelt werden, ergo ca. 2% Zinsen einbringen.

Es gibt vier große Institutionen aus den USA, sogenannte Ratingagenturen, welche die Kreditwürdigkeit von Staaten und Unternehmen bewerten. Das geläufigste Bewertungssystem ist von ausgezeichnet, als ‚AAA‘ bezeichnet, bis richtig schlecht bzw. Ramsch, ‚BBB‘. Die Bewertung kann eine Hilfe sein, jedoch offenbarte die letzte Finanzkrise 2007/08, dass die Institutionen korrupt sind und zu gute Bewertungen verkauft haben. China (Dagong) und Russland (ACRA) haben mittlerweile eigene Ratingagenturen gegründet. Es gibt auch deutsche Ratingagenturen (bspw. FERI). Die Dominanz der USA bedingt, dass in den Medien stets die amerikanischen Ratingagenturen in Meldungen genannt werden, dank ihrer am weitesten entwickelten Finanzmärkten sowie der Nähe Europas zu den USA.

Welche Anleihe man wählt ist schwer zu entscheiden. Hier sollte man sich (unabhängig) beraten lassen. Man sollte man dem Berater jedoch vertrauen können und auf seine Unabhängigkeit bei der Beratung achten (zu der unabhängigen Beratung kommt später noch ein kurzer Abstecher). Staatsanleihen bringen oft wenig Rendite, dafür sind sie aber eine recht sichere Anlageform. Man möge jedoch bei längeren Anlagezeiträumen bedenken, dass sich die Verschuldungssituation des Emittenten schnell ändern kann. Und auch griechische Staatsanleihen galten als recht sicher als es auf einmal durch die Medien schallte, dass der griechische Staat kein Geld mehr an Besitzer von Anleihen auszahlen würde (oder könne). Ferner fallen bei jedem Kauf Gebühren an, welche je nach Bank unterschiedlich groß ausfallen können. Zusätzlich zahlt man natürlich auf die realisierten Gewinne die anfallenden Steuern.
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Aktien

Aktien sind Anteile an Unternehmen, man wird sozusagen mit Aktienkauf zum Unternehmer. Ein Unternehmen (bspw. Siemens), gibt 100 Aktien heraus, jede einzelne kostet 100€, Siemens erhält somit 10.000€ Kapital und beteiligt uns dafür an seinem unternehmerischen Erfolg und gibt uns, je nach Aktienart, Mitspracherechte. Mit einer Aktie gehört einem quasi ein Viertel einer Schraube einer Maschine des Unternehmens, wenn eine große Anzahl Aktien von dem Unternehmen ausgegeben worden sind. Und dann ist es wie in einer Ehe: in guten wie in schlechten Zeiten. Geht es Siemens wirtschaftlich gut, bekommen wir etwas vom Gewinn ab (in Form Ausschüttungen oder Dividenden), geht es Siemens weniger gut, dann bekommen wir nichts ausgezahlt. Das ist die eigentliche Idee einer Aktie, wie sie heute fast in Vergessenheit geraten zu sein scheint, wenn man sich die Nachrichtenmeldungen und Berichte in den Medien anschaut.

Wenn man nun nicht mehr Gesellschafter von Siemens sein und seine Aktien verkaufen möchte, dann kann man das bei nicht börsennotierten Aktiengesellschaften nicht so ohne weiteres machen. Man muss sich einen Käufer suchen und mit ihm über den Preis pro Aktie einig werden. Wesentlich einfacher, und darum gibt es Börsen (ursprünglich der Marktplatz für Unternehmensanteile wie Aktien, Währungstausche und Anleihen), ist der Handel von Aktien an der Börse – wenn das Unternehmen seine Aktien (oder Teile davon) für den Börsenhandel freigegeben hat.

Abhängig vom Geschäftserfolg Siemens und den Prognosen, zahlt Siemens mehr oder weniger Geld an seine Aktionäre aus. Dies bestimmt dann den Aktienkurs, denn der Preis der Aktie spiegelt (grob gesagt) die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer bezüglich der zukünftigen Gewinnentwicklung des Unternehmens (Siemens in unserem Bsp.) wider. Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass ein Aktienkauf mit Unsicherheit belegt ist. Man vertraut bei Erwerb darauf, dass das Unternehmen gut wirtschaftet und die Unternehmensgewinne in den nächsten Jahren steigen und damit die Unternehmensanteile wertvoller werden, was sich in einem steigenden Aktienpreis niederschlägt. Unsicherheiten kommen daher, dass wir keine Glaskugel haben, mit der wir die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens vorhersagen können. Und andere Menschen könnten aus verschiedensten Gründen ganz unterschiedliche Auffassungen darüber haben, wie viel das Unternehmen denn wert sein könnte. Das sind dann die viel zitierten ‚Übertreibungen‘, ‚Überhitzungen‘, die ‚Panik‘ und die ‚Hysterie‘ an den Finanzmärkten, von denen die Presse dann berichtet.

Aktienkäufe sind natürlich mit einem Risiko für den Aktienkäufer verbunden. Es gibt keine garantieren Zinsen und im schlimmsten Fall ist alles Kapital weg, wenn das Unternehmen pleite ist. Um das Risiko möglichst zu halten, sollte man das Portfolio diversifizieren. Dies gilt übrigens für jede Geldanlage und eigentlich jeder Ratgeber sagt, man sollte verschiedene Anlageklassen mischen: ein paar Aktien, ein bisschen Anleihen, ein wenig Rohstoffe, ein bisschen Geld (auch zur Reserve). Und alles natürlich über unterschiedliche Branchen bzw. Arten und unterschiedliche Länder.

Es gibt ganz viele unterschiedliche Vorgehensweisen, Aktien auszuwählen. Bei Investmentstrategien kommen z.B. technische Ansätze (Charttechnik, Elliott-Wellen, …) oder auch klassische Philosophien (z.B. Value Investment) zum Zuge. Auch bezüglich des Anlagehorizonts können riesige Unterschiede bestehen (Minuten vs. Wochen vs. Jahre). Darauf soll an dieser Stelle aber nicht näher eingegangen werden. Da Wirtschaft Marathon ist und kein Sprint, sollte in unseren Augen der Kauf von Aktien mit mehreren Jahren Haltedauer anvisiert werden, und nicht kürzer.

Verschiedene Banken bieten Aktiensparpläne zum monatlichen Sparen zu unterschiedlichen Konditionen an, ein Vergleich lohnt. Eine weitere Möglichkeit ist, sich jedes Quartal ein Aktienpaket zu kaufen. Aber: bei Aktienkäufen fallen Gebühren an, entweder pro Kauf/Verkauf oder als Transaktions-Flatrate zu einem bestimmten Betrag. Hier gilt es, sich schlau zu machen und auch das Kleingedruckte zu lesen. Zusätzlich zahlt man auf die Gewinne noch die Abgeltungssteuer, wobei innerhalb eines Kalenderjahres die Gewinne mit den Verlusten verrechnet werden. Aber nur pro Anlagekategorie, Verluste aus Aktien können bspw. nicht mit Gewinnen aus Zertifikatehandel ausgeglichen werden. Wer den Sinn hinter dieser Regelung erklärt haben möchte, schreibt bitte einen Bundestagsabgeordneten seines Vertrauens an.
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Fonds

Für diejenigen, die keine Zeit und/oder Lust haben, sich über die konkrete Aktienauswahl für ihr Depot Gedanken zu machen, waren bzw. sind häufig Fonds die erste Wahl (mittlerweile gibt es auch Robo Advice). Ein Fonds wählt unter Verantwortung des oder der Fondsmanager entsprechende Aktiva wie Aktien und Anleihen aus. Der Anleger kauft Anteile an diesem Fonds, welcher sich entsprechend des gemanagten Portfolios an Wertpapieren dann (hoffentlich positiv) entwickelt. Es gibt alle vorstellbaren Konstellationen an Anlagephilosophien, die die Auswahl des oder der optimalsten Fonds für Familien-Sparer zwar einfacher machen als bei der direkten Aktienanlage, aber schon einige Minuten bei der Recherche verschlingen kann.

Fonds können bestehen aus:

  1. Aktien
  2. Anleihen
  3. Immobilien
  4. Renten
  5. Geldmarkt

Doch damit hört die Auswahl noch nicht auf, zudem gibt es auch Mischfonds, die in verschiedene Aktiva investieren. Es gibt natürlich unglaublich viele verschiedene Fonds. Einige spezialisieren sich, bspw. auf den Rohstoffsektor. Wenn man also an Wertzuwachs von Öl und Gold glaubt, dann wären diese Fonds eine gute Wahl. Deutsche Aktien, Europäische Aktien mit Beimischung von Anleihen, Wachstumswerte und nur große Konzerne, Nachhaltigkeitsfonds, Minenfonds, die Liste möglicher Anlagegebiete ist so divers wie eine Packung bunte Smarties.

Die vergangene Kursentwicklung eines Fonds hat leider nur eine mittelmäßige bis geringe Vorhersagekraft für die zukünftige Rendite eines Fonds (wer sich schon einmal nach Finanzmarktanlagen erkundigt hat kennt ja diese warnende Information der Anbieter). Selbst beim Vergleich der historischen Gewinne muss man von Bank zu Bank und Portal zu Portal aufpassen, ob entsprechend der Klassifizierung des Fonds der Kursverlauf korrekt angezeigt wird. Es gibt nämlich thesaurierende (d.h. der Fonds investiert die erhaltenen Dividenden direkt wieder) und ausschüttende (d.h. dieser zahlt die Dividenden an den Anleger aus) Fonds; die Auswahl „Performance Charts“ beim Chartvergleich sollte i.d.R. einen Vergleich der historischen Kursentwicklung ermöglichen. Darüber hinaus kann der Fondsmanager ausgewechselt werden, manchmal verliert ein Fonds auch einfach so gegenüber konkurrierenden Anlagemöglichkeiten und vergleichbaren anderen Fonds.

Fonds werden bei einer Bank erworben und können dort wieder verkauft werden, dies erfolgt meist direkt über die Fondsgesellschaft. Manche Fonds werden an der Börse gehandelt. Zu den Zeiten als Herr Griesgram (vor einigen Jahren) damit zu tun hatte, war dies aber eher ein Verlustgeschäft, da das Handelsvolumen schwach war und damit auch der Preisaufschlag (der „Spread“) beim Kauf eher ungünstig für den Privatanleger war. Viele Fonds haben Preisaufschläge, d.h. man zahlt beim Kauf, je nach Fonds, 0% bis ca. 5% mehr als das, was der Fonds beim Verkauf einbringt.

Mittlerweile gibt es bei vielen Banken für eine Vielzahl von Fonds keine Preisaufschläge mehr, zum Glück. Denn das Managen der Geldanlage mittels Fonds ist auch ohne Spread keine günstige Anlegenheit, denn die nicht gerade günstigen Manager und Mitarbeiter müssen bezahlt werden und jede Umschichtung von A nach B muss die Fondsgesellschaft genauso zahlen wie der Michel, wenn er seine Bank mit einer Transaktion beauftragen würde. Und so mancher (historisch) erfolgreicher Fonds gönnt sich eine Erfolgbeteiligung. Natürlich nur, wenn der Kurs gestiegen ist, bei Verlusten blutet nur der Fondsanleger. Diese Kosten können in der Summe sehr hoch sein, es lohnt daher oft nicht, in Fonds zu investieren.

Auch hier hat jede Bank Verträge mit Gesellschaften und „berät“ entsprechend. Wenn Sie zu einem Vertragshändler („Autohaus“) des VW-Konzerns gehen, dann bekommen Sie VWs, vielleicht Audis, ggf. auch Skodas angepriesen, aber niemand wird Ihnen dort zu einem Toyota raten. Gleiches bei Banken, z.B. Fonds von DWS (=Deutsche Bank) oder Dekra (=Sparkasse). Vorsicht ist also geboten.

Es gibt nur sehr wenige Fonds wie bspw. den Templeton Growth Funds, die langfristig wirklich geldvermehrend sind. Die allerwenigsten Fonds entwickeln sich mittel- bis langfristig (Zeitraum mindestens fünf Jahre, eher Jahrzehnte) besser als Aktienindizes wie der deutsche Aktienindex DAX. Ob man also mit dem Fondskauf tatsächlich gewinnt, ist ungewiss. Dabei sind die oben genannten Kosten noch gar nicht berücksichtigt! Denn diese sind bei einem Fonds immer und ausschließlich vom Anleger zu bezahlen, was die Aussicht auf Rendite und erfolgreiches Sparen für die Familie sehr gering werden lässt, in unseren Augen.

Fonds können jedoch eine gute Möglichkeit sein, das Anlagerisiko zu streuen. Zudem bieten Banken oft auch Fondsparen an, welches auch noch für die einen oder anderen Großeltern verträglich sein kann. Es gilt bei der Auswahl zu allererst auf die Gebühren beim Ankauf und den laufenden Gebühren des Fonds zu achten. Unsere Erfahrung ist, nur die Fonds mit den geringsten Gebühren zu nehmen, da (so gut wie) kein Fonds längerfristig den Markt schlägt. Die Gebühren sind, im Gegensatz zu den Kursverläufen, bekannt. Dachfonds sind damit keine Option mehr, da man hier zusätzlich zu den verschiedenen Fonds im Dachfonds auch noch für den Dachfonds Gebühren zahlen muss.

Was das Risiko betrifft, so haben viele Leute in der vergangenen Finanzkrise gerade mit Fonds sehr viel Geld verloren. Sie sind also auch nicht risikofrei. Immerhin gehören einem als Fondsanleger die Anteile des Fonds, sollte also die Fondsgesellschaft Pleite gehen, dann darf man beim Insolvenzverwalter seine Forderungen anmelden. Wie auch bei anderen Kapitalanlagen schlägt die Abgeltungssteuer bei Gewinnen zu.
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ETFs

ETFs (exchange traded funds) werden an der Börse gehandelt und werden im Gegensatz zu Fonds nicht von Managern gemanaged. Die Idee dahinter ist, das teure aktive Management eines Fonds zu eliminieren, damit haben ETFs wesentlich geringere Gebühren als Fonds. ETFs werden i.d.r. beworben als Anlage in einen oder mehrere Aktienindizes, z.B. Dow Jones und MSCI World. Wichtig zu wissen ist, dass jedermann einen Index aufsetzen kann.

Der Herausgeber des ETFs kauft entsprechende Aktien oder andere Wertpapiere, die den Kursverlauf des offiziellen Wertpapierkorbs NACHBILDEN sollen. Im besten Fall sind das einfach alle Aktien, die im Index (z.B. alle Aktien im DAX) enthalten sind (echter ETF) oder sie kaufen Derivate, von denen sie denken, dass sie die (zukünftigen) Kursverläufe der Aktien (synthetischer ETF) abbilden. De facto sind das Wetten auf zukünftige Kursgewinne. Das, was auf der Verpackung steht, ist also nicht immer drin. Und das nicht selten, wie
Stiftung Warentest über die Risiken von ETFs schreibt.

Diese Problematik ist vermutlich noch einschneidender bei ETCs (exchange traded commodities), die ein Investment in Rohstoffe wie Metalle (Gold) ermöglichen sollen. Der physische Erwerb von Rohstoffen ist natürlich viel zu teuer auf Grund der Lagerungskosten, sodass hier auf Indizes zurückgegriffen wird. Manipulationen an den Finanzmärkten sind aber möglich und auch nicht selten, wie beispielsweise am Goldmarkt, und auch auf dem Ölmarkt soll es nicht mit rechten Dingen zugehen. Eine Preisbewegung von 147 USD bis an die 30 USD innerhalb weniger Jahre bei einem so wichtigen weltweiten Rohstoff wie Öl sollte aufhorchen lassen.

Genauso wie bei Fonds gibt es auch Sparpläne zu ETFs, d.h. monatlich wird ein fixer Betrag in den entsprechenden ETF investiert. Einige Banken haben mittlerweile Verträge mit Emittenten, womit der Preisaufschlag beim Kauf entfällt. Dafür stecken häufig hohe Gebühren vesteckt im ETF, hier gilt es in die Details zu schauen. Die Kosten sind jedoch (weit) geringer als bei den gemanagten Fonds. Festzuhalten bleibt also, dass in ETFs und ETCs oftmals nicht das drinsteckt, was auf der Verpackung steht, dafür entstehen bei dem Anleger weniger Kosten. Das Risiko eines verlustreichen Investments ist aus unserer Sicht groß, für uns persönlich nicht tragbar.
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Zertifikate

Bis hierhin wurde schon viel geschrieben, wir wollen es daher kurz machen. Finger weg davon, außer Ihr wisst wirklich (nicht: Ihr glaubt zu wissen), was Ihr tut. Ein Zertifikat ist ein Derivat, also ein Wertpapier, dass sich auf irgendetwas anderes mehr oder minder Wertvolles bezieht. Man vertraut dabei den Angaben des Emittenten, also demjenigen, der das Zertifikat zusammengestellt hat. Geht der Emittent Pleite, ist alles Geld hinfort. Sparen für die Familie beginnt von vorne.

Abgesehen von allen möglichen Konstellationen an Wettscheinen, wie Garantiezertifikate, Bonuszertifikate, Hebelzertifikate (mit Knock-Out) u.v.m.. Bei letzteren ist die Gefahr des Totalverlusts so real wie die Möglichkeit, einen vorfahrtsmissachtenden Verkehrsteilnehmer anzutreffen. Griesgrams Erfahrungen mit „normalen“ Zertifikaten ist, dass diese sich ganz anders entwickeln können als das, was sie eigentlich abbilden sollten. Insofern sind Zertifikate aus unserer Sicht eher für diejenigen geeignet, die sich für primär für „Zocken für die Familie“ interessieren (die Handvoll Experten, die mit Zertifikaten Gewinne machen, können über diese Formulierung wohl hinweg sehen).
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Wie Geld anlegen, wenn man kein Experte ist?

Das Beste ist immer, sich selbst schlau zu machen. Die meisten Banken haben Verträge mit einigen Unternehmen (oder Fondsgesellschaften) und beraten daher nicht völlig ohne Hintergedanken. Es gibt Gesellschaften, die „frei‘ beraten, allerdings ist dies niemals kostenfrei. Alternativ könnte man Aktien aus dem DAX kaufen oder auf starke Unternehmen setzen, deren Aktien man erwirbt.
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Robo-Advice

Wem die Aktien-, Fonds- und ETF-Auswahl zu mühsam ist, für den kommt vielleicht der Robo-Advice (oder auch „Robo-Advisor“) in Frage. Das Prinzip ist in der Regel so, dass man gemäß seiner Risikoneigung ein Portfolio vorgeschlagen bekommt, was dann aus unterschiedlichen Aktiva wie Aktien, Anleihen, ETFs, Geldmarktfonds u.v.m. besteht. Allerdings fiel bei der Recherche für diesen Beitrag auf, dass bei allen Stichproben die Anbieter nur Fonds und ETFs im Angebot hatten, was bei uns Bedenken hervorruft (s.o.).

Für diejenigen, die sich mit ETFs und Fonds anfreunden können, sind die gehypten Robo-Advisor sicherlich eine gute Möglichkeit zur Anlagehilfe. Schnell kann man sich hier selbst ein besseres Portfolio zusammenzustellen lassen als das, zu dem einem der klassische Verkäufer raten würde. Man sollte sich aber bewusst sein, dass alle Anbieter, die keine Gebühren für die Anlageberatung nehmen, ihre Einnahmen aus Provisionen generieren. Es gibt wohl auch werbefinanzierte Portale, inwiefern sich daraus Interessenskonflikte bei der Beratung ergeben, muss der potenzielle Kunde für sich selbst versuchen zu einzuschätzen. Erwähnenswert sind Robo-Advisor wie CASHBOARD, welche ihre Provisionen gebündelt an alle Kunden in der Form eines Garantiezinses weitergeben. Ein Blick ins Internet zum Robo-Advice sollte aus diesen Gründen jeder wagen, der sich für das Thema Sparen und Geldanlage interessiert.
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Wie sparen Herr Griesgram und ich.

Herr Griesgram und ich erwarten keine Zinserhöhungen in den nächsten zehn Jahren. Eher erwarten wir, dass die Zinsen weiter fallen (wie beispielsweise in Japan schon geschehen). Daher ist für uns ein Bausparvertrag (mit nur einem Kind) unattraktiv, Tagesgeld gibt noch weniger Zinsen und fällt damit ohnehin raus. Mehrwert wird primär durch Arbeit geschaffen, an welchem man am stärksten durch Aktien partizipiert.

Kein einziger Robo-Advisor jedoch empfiehlt direkt Aktien oder investiert auch nur teilweise in diese Anlageform, was wir aus oben aufgeführten Erwägungen kritisch sehen. Unsere Recherche brachte keine nennenswerten Ergebnisse zutage, so dass Globalyze anscheinend als exklusiver Anbieter von Aktienempfehlungen im Rahmen der Robo-Advisor genannt werden muss. Bei Globalyze wertet eine Software den inneren Unternehmenswert anhand von Bilanzkennzahlen und anderen veröffentlichungspflichtigen Informationen aus und empfiehlt daraus die zehn Aktien, deren Aktienpreis aktuell am Markt am billigsten sein soll (Value Investment im Stile Warren Buffetts).

Wir setzen auf diese langfristige Variante der Aktienauswahl. Dabei wird nicht nur angenommen, dass Unternehmen unterbewertet sind, sondern es wird zumindest ein Mindestmaß an ethischen Grundsätzen sicher gestellt (bspw. keine Waffenindustrie). Man bekommt ein Portfolio vorgeschlagen, aber die Kaufentscheidung liegt letztendlich bei einem selbst. Der vermögende Privatmann (oder die vermögende Privatfrau) hat mit Sicherheit andere Möglichkeiten der unabhängigen Beratung, welche dann bspw. auch die Anlage in Diamanten ermöglichen.
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Ein Anlagevergleich

Zur Verdeutlichung der Renditeunterschiede haben wir nachfolgend ein Beispiel aufgestellt. Angenommen, wir würden 10 Jahre lang 333€ pro Monat (also 4000€ im Jahr) ansparen. Anschließend Hauskauf für 150.000€ mit Kreditfinanzierung des fehlenden Anteils. Dann gehen wir von gleichen Zinsen und gestiegenen Zinsen aus, für verschiedene Kreditzinsen haben wir in den Zeilen mit Titel „Kreditzins“ die Ergebnisse des Sparens vergleichbar gemacht. Ganz ambitioniert soll der Kredit in 10 Jahren mit konstantem Zins zurückgezahlt werden.

Unser Beispiel soll ganz einfache Anlageformen vergleichen. Wir unterscheiden nicht zwischen Anleihe, Aktie usw., sondern nehmen verschiedene Renditen an. Dabei steht SP für Sparbuch, BSV für Bausparvertrag (ohne Riesterförderung und mit Förderung mit zwei Kindern), LV für Lebensversicherung und KAP für Kapitalmarktanlagen (mit Renditeerwartung). Der Einfachheit halber schmeißen wir Fonds, ETFs und Aktien in einen Topf (Spalte KAP) und berücksichtigen die durchschnittlichen Kosten des Ankaufs und Verkaufs der Anteile über den betrachteten Zeitraum.

SB BSV(0K) BSV(2K) LV KAP(5%) KAP(7%) KAP(10%)
Guthaben 40.570€ 41.000€ 50.000€ 42.800€ 51.600€ 57.300€ 67.100€
Gebühren & Steuern 2.000€ 2.000€ 700€ 3.100€ 4.500€ 7.000€
Darlehen 109.430€ 111.000€ 102.000€ 107.900€ 101.500€ 97.200€ 89.900€
Kreditzins 5,5% 1.200€ 1.170€ 1.100€ 1.050€ 970€
Kreditzins 3% 1.050€ 1.040 980€ 940€ 870€
Kreditzins 2% 1.000€ 1.020€ 940€ 990€ 930€ 900€ 830€
Risiko

Das Beispiel soll zeigen:

  • das Sparbuch, Bausparvertrag und Versicherungen sind keine gute Anlage
  • der Bausparvertrag lohnt sich, wenn man die Riesterförderung in Anspruch nehmen möchte
  • Aktien bieten prinzipiell das größte Potential

Man sieht sehr schnell, dass der einfache Bausparvertrag und das Sparbuch keine gute Investition sind. Wenn man lediglich sparen möchte, ist die Lebensversicherung von den de facto risikofreien Anlagen die beste Variante. Aber selbst der Inflationsausgleich ist hierbei nicht sicher.

Der Bausparvertrag lohnt, wenn man anschließend bezüglich der Kreditzinsen auf Nummer sicher gehen möchte. Ist das Ziel tatsächlich zu kaufen oder zu bauen und hat man Kinder, dann ist der Bausparvertrag plötzlich sehr interessant. Man sieht jedoch auch, dass er bei gleichbleibenden Zinsen immer von den Kapitalmarktanlagen geschlagen wird. Eine gute Rendite führt zu niedrigeren Raten als der Bausparvertrag bei höherem Kreditzins, die kompensiert sozusagen die Verschlechterung durch den Zins. Mit dem Bausparvertrag geht man jedoch kein Risiko ein und das ist auch viel „wert“.

Die Entscheidung über die Anlageform sollte also auch die Zinserwartung beinhalten. Wir gehen von weiterhin niedrigen, ja eher sogar fallenden Zinsen aus, u.a. wegen der hohen Staatsverschuldung in den westlichen Ländern sowie des verhältnismäßig schwachen Wirtschaftwachstums trotz historisch extrem niedriger Zinsen. Daher haben wir uns für Aktien entschieden, zumal diese frei von der Bedingung des Immobilienerwerbs (vergleiche Bausparvertrag) sind.
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2 Gedanken zu „Money makes the world go round – Sparen für und mit Familie#8220;

  1. Ein sehr guter Artikel mit ganz tollen Informationen und Hinweisen. Das wird dem ein oder anderen ganz sicher eine große Hilfe sein und offene Fragen direkt beantworten.

    • Liebe Thomas

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Über Lob freuen wir uns natürlich, insbesondere vom Fachmann. 🙂

      Viele Grüße

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