High Need Baby – gibt es doch!

High need ist keine Diagnose, sondern eine Charakterbeschreibung. Irgendwie. Denn eigentlich ist ‚high need‘ auch sehr subjektiv und hängt von der Belastungsgrenze der Eltern ab. Was für manche leicht ist, mag für andere eine enorme Strapaze sein. Insbesondere der Grad der Fremdbestimmung ist für viele subjektiv ganz unterschiedlich (anstrengend).

Ich würde sagen, dass mein Sohn ein high need Baby ist, weil wir auf dem Zahnfleisch gehen und es schon längst blutet. Letztendlich hat mir der Begriff „high need“ das Gefühl gegeben nicht alleine zu sein. Es ist kein Stigma, sondern eine Erklärung für uns und ein Strohhalm zum festhalten.



photo credit: Juli Fariñas Sofi and Lore… via photopin (license)

Frida hat gerade eine wunderbare Reihe über high need Babys und Kinder gestartet und in diesem Zusammenhang hat sie auch über die zwölf Kriterien eines high need Babys gebloggt. Diese treffen auch auf Charlie Brown zu, wie wir hier bereits schrieben. Aber ich finde die angeführten Punkte für uns nur bedingt aussagekräftig.

Verschiedene Dinge machen Charlie Brown für uns so fordernd. Diese reflektieren natürlich immanent die von Dr. Sears genannten Eigenschaften, aber die Kombination in Charlie ist unser Kryptonit.

  1. Schlaf
    Der Schlaf ist oft katastrophal und ich glaube fast, dass er einer der schlechtesten Schlechtschläfer der Welt ist. Zumindest in den Top Ten. Subjektiv. Obwohl das Einschlafen mittlerweile relativ gut funktioniert (auf dem Ball oder an der Brust), wird Charlie Brown alle halbe Stunde wach. Auch in der Nacht. Er schafft fast nie den Übergang in die neue Schlafphase und braucht immer wieder Begleitung. Und zwar ganz unabhängig davon wie er eingeschlafen ist. Auch wenn die Brust noch im Mund ist (ja, er kann das!) und ich auf dem Ball weiter hopse, wird er wach. Und er braucht dann Hilfe, um weiter zu schlafen. Eine neue Hilfe! Sprich, von der Brust zum Ball oder anders herum.

    Der nächste Knackpunkt ist das Nichtablegen. Er wacht auf wenn ich nicht bei ihm bin. Spätestens nach zehn Minuten (hat bisher erst einmal so lange geklappt). Ich verbringe also JEDES Nickerchen bei Charlie Brown.

  2. Mama-fixiert
    Charlie Brown ist sehr auf mich fixiert. Obwohl Herr Griesgram sehr viel Zeit mit ihm verbracht hat und verbringt, vermisst er mich schnell und muss beziehungsweise möchte zu mir. Der Gedanke, dass Charlie Brown einfach zufrieden eine Stunde beim Papa bleibt, ist für uns sehr surreal.

    Es ist auch nicht nur Gewohnheit (sicherlich auch), sondern momentan echtes tiefes Vermissen. Und die Sorge ich könnte weg sein. Da er erst so langsam Objektpermanenz entwickelt, wollen wir ihm da nicht zu viel zumuten, denn er lässt sich von Papa dann nicht beruhigen.

  3. Überreizung
    Trotz seiner zehn Monate überreizt Charlie Brown noch immer schnell. Beim Arzt, im Kindercafé, beim Spaziergang, überall. Meist ist nach einer halben Stunde für ihn alles zu viel. Er will dann nach Hause und weint und schimpft und überstreckt sich. Wenn es arg zu viel ist, dann schläft er nachts so richtig schlecht und ich verbringe Stunden auf dem Gymnastikball.

    Wir testen ja immer mal wieder (freiwillig oder unfreiwillig) und bisher haben wir immer gemerkt, dass er sehr schnell überreizt war. Er fand das in dem Moment zwar teilweise spannend, neue Erlebnisse zu machen, aber war dann zuhause fix und fertig.

  4. Umfeld
    Das Umfeld ist für mich ein großer Punkt. Denn nicht nur ist unsere Familie weit weg, sie verstehen uns auch nicht und machen uns Vorwürfe, wir würden unser Kind verwöhnen. Das geht soweit, dass der Kontakt teilweise abgebrochen wurde.

    Unsere guten Freunde wohnen leider auch weiter weg und auch Bekannte hier wollen uns lieber missionieren anstatt etwas Mitgefühl und Verständnis aufzubringen. Das hat natürlich gar nichts mit Charlie Brown zu tun, es spitzt die Lage aber dadurch unglaublich zu.

Diese Kombination macht es für uns sehr, sehr anstrengend, insbesondere für mich. Denn obwohl ich immer bei Charlie Brown bin wenn er schläft, kann ich nicht schlafen. Ich hopse auf dem Ball, klopfe auf den Rücken oder hebe ihn von links nach rechts und zurück, weil er die andere Brust möchte. Ich bin ständig müde! Wenn mir jemand sagt „Schlaf, wenn das Baby schläft!“ möchte ich ihm Glibber über den Kopf schütten. Ich lächle müde stattdessen. Ich habe kraterartige Augenringe und bin schon vor Erschöpfung auf dem Teppich eingeschlafen.

Ich habe auch gar keine Me-Time. Ich dusche nicht alleine (da wohnen mir meine Männer bei) und wenn ich auf der Toilette bin klopft es (wenn Charlie und ich alleine zuhause sind ist er sowieso dabei). Über echte Freizeit rede ich noch nicht mal. Ich mache keinen Sport und kann nicht einem Hobby nachgehen. Ich war nicht mal bei der Rückbildung, weil das undenkbar wäre mit Charlie Brown. Eine Stunde ist nicht drin. Dann ist er so überreizt, dass ich vermutlich gar keinen Schlaf bekomme und das kann ich nicht mehr. Denn ich bin (siehe oben) richtig müde und jeder Schub und jede Erkältung kosten mich nicht vorhandene zusätzliche Kraft.

Ich bin dadurch örtlich sehr eingeschränkt und kann keine Freunde treffen. Auch Kurse sind unmöglich, lediglich eine halbe Stunde Kindercafe sind momentan drin. Und auch danach ist der Kleine oft fix und fertig. Ich bin sehr isoliert und mir fehlen gute soziale Kontakte. Sehr sogar! Mir fällt echt die Decke auf den Kopf. Und auch für Charlie Brown tut es mir leid. Er hat noch nie eine Kuh gesehen. Eine Kuh!

Zudem fühle ich mich zum Beispiel im Kindercafe wie ein Alien. Ich hocke bei meinem Sohn auf dem Boden und spiele, während viele andere am Tisch sitzen und Kaffee trinken während ihre Kinder entweder schlafen oder alleine spielen. Und in den Gesprächen ernte ich kritische Blicke. Das Verständnis ist nicht vorhanden, stattdessen findet man es völlig normal sein Baby vor der ebenerdigen Glasfront zu wickeln und den Freundinnen plus Passanten zu zeigen, wo des Babys Popo gelasert wurde. WTF?!?

Wir ecken durch unseren bedürfnisorientierten Stil überall an, bei der Familie, Bekannten und offensichtlich auch bei Fremden. Statt Unterstützung gibt es maximal ein paar Ratschläge, die vollkommen gegen unsere Prinzipien verstoßen. Und dann wird unterstellt wir übertreiben und „die paar Bedürfnisse, die ein Baby hat, kann man ja wohl erfüllen“. Danke für gar nichts!

Nun ist er momentan im Wachstumsschub und diese Phasen sind natürlich extra extrem. Davor war es etwas besser und er hat etwas mehr vertragen. Ich hoffe nun, dass es nach diesem Schub wieder etwas besser wird. Dennoch bin ich überzeugt, dass er ein waschechtes high need Baby ist.

In den zwölf Kriterien eines high need Babys sind noch viele andere Eigenschaften genannt. Wie zum Beispiel das häufige Bedürfnis zu stillen. Das hat unser kleiner Still-Junkie unumstritten. Das empfinde ich jedoch nicht als Einschränkung. Dann trinkt er halt viel. Er schmust da ein wenig und holt sich eine Kuschel-Power-Einheit. Das ist doch sehr schlau von ihm. Das machen vielleicht nicht alle Kinder, aber da es mich überhaupt nicht stört ist es für mich auch nicht high need.

Er ist auch oft unzufrieden, aber er lacht auch ausgiebig. Insgesamt kommt es mir vor als weise er mehr Amplituden auf als andere Kinder, allerdings sieht die Umwelt auch immer nur kleine Eindrücke von ihm. Ich vermute Charlie Brown sehen viele das anspruchsvolle Verhalten auch nicht an.

Ich überlege ob ich mir wünschte er wäre einfacher. Aber ich glaube nicht. Denn so wie er ist liebe ich ihn so sehr. Vermutlich würde ich ihn genauso lieben wenn wir einkaufen gehen könnten, aber irgendwie finde ich, dass er genau so richtig ist wie er ist.

26 Gedanken zu „High Need Baby – gibt es doch!#8220;

    • Liebe Frida

      Danke! Ich muss auch sagen, dass mir da die Internetgemeinde ein wenig meine geistige Gesundheit gerettet hat.

      Viele Grüße!

  1. Der Text könnte fast 1 zu 1 von mir sein! Halte durch! Mein Zwerg ist bereits im nächsten Schub. Der vorige war hier auch die reinste Hölle. Die Monate davor auch… 🙁
    ich glaube, der Schub, den ihr gerade durchmacht war für mich der mit Abstand schlimmste. Nachts alle 15 bis 60 Minuten wach, tagsüber nur Gekreische, keine Millisekunde ohne Mama…
    Es ist jetzt bedeutend besser. Ohne Mama immer noch schwer, aber die letzten Tage geht’s endlich wieder mit Papa, wenn auch nicht für lange, aber so komme ich wenigstens mal auf ein paar Minuten spazieren.
    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es bald besser wird!!!

    Das Verständnislose kenn ich auch zu gut. 🙁 oder der 50. Ratschlag, man solle das Kind einfach in den Kinderwagen legen und spazieren gehen, dann schläft es schon. Mein Zwerg steht seit drei Monaten im Buggy und findet still sitzen richtig blöd. Am liebsten auf den Arm. Immer und ständig… Aber das kennst du sicher auch zu gut.

    Liebe Grüße, Steffi

    • Liebe Steffi,

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ich kenne das wirklich und hoffe, dass es nach dem Schub besser wird. Der Kleine läuft hier schon fast. 8 Schritte frei waren die Spitzenleistung bisher. An ruhig ist da nicht mehr zu denken.

      Hab noch eine tolle Zeit mit deinem Kind!

      Liebe Grüße!

  2. 💙💚 Unsere Große ist auch high-need. Genau so, wie du es beschreibst. Mutter-Kind-Gruppe? Alle trinken Kaffee, ich sitz auf dem Boden und habe meine Große auf dem Schoß. Schlafen? Immer noch dramatisch (jetzt ist sie 3). Duschen? Das erste Jahr nur, wenn Papa anwesend war.
    Mittlerweile kenne ich andere Eltern, denen es genau so ging.
    Aber ich sehe es auch nicht als Diagnose. Als Rettungsanker für mich. Als Erklärung.
    Ich danke dir für den schönen Text 💙
    Alles Gute und viel Kraft!

    • Liebe Kerstin

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar.

      Für mich ist es wirklich ein Rettungsanker. Ich liebe meinen Sohn und gehe (hoffentlich) ganz individuell auf ihn ein. Aber es hilft zu wissen, dass man nicht alleine ist und es sich nicht einbildet!

      3 Jahre ist ja schon richtig cool. Da habt ihr vor Weihnachten gerade bestimmt ganz viel Freude und Aufregung.

      Viele Grüße und frohe Weihnachten

  3. Ich kann mich so gut in dich hineinversetzen. Auch bei uns ist das Lerchenmädchen(2 Jahre) extrem auf mich fixiert und das von Anfang an. Somit kann hier keiner von Verwöhnen reden. Die Rückbildung müsste ich abbrechen weil sich die Kleine von meinem Mann nicht beruhigen ließ. Mittlerweile geht sie Vormittags in die Kita und wird dann ab 12 uhr von meinen Eltern abgeholt – aber frag mich nicht wie die Eingewöhnung lief…
    Seit 2 Jahren habe ich keine Nacht mehr durchgeschlafen und ich brauchte vorher viel Schlaf…. Und seit 2 Jahren enden 80 Prozent der Nächte für mich um 5 Uhr…
    Vorallem diese Fixierung auf mich raubt mir manchmal die Luft zum atmen und bringt auch den einen oder anderen Konflikt mit meinem Mann mit sich, da ich mich bisweilen nicht von ihm unterstützt fühle. Was aber eigentlich unfair ist da das Lerchenmädchen es gar nicht zulässt. Mama muss alles machen.
    Ich habe zwar ein solides Umfeld um mich rum mit guten Freunden aber man merkt auch immer wieder das Unverständnis wenn es um das Thema Schlafen oder Stillen geht. (ja wir stillen mit 2 nachts noch – leider)
    Ich bin immer wieder hin und her gerissen und frage mich ob es eigentlich fair ist ihre Bedürfnisse so sehr über meine zu stellen… Auf der anderen Seite gucke ich mir dann meine fröhliche Kleine an und denke mir eigentlich mache ich es richtig.

    • Liebe Lerchenmama,

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar.

      Ich denke wenn es sich für dich noch richtig anfühlt, dann passt das. Ich finde mit Liebe kann man nicht verwöhnen und auch mit Bedürfnissergüllung nicht! Aber es ist anstrengend, das glaube ich dir!

      Ich wünsche dir viel Kraft und eine wunderschöne Zeit mit deiner Lerche,

      Liebe Grüße

  4. Alles,alles Gute und viel Kraft! Habe unendlichen Respekt vor Eurer Leistung.Unser Kind ist 11 Monate, sehr unkompliziert und ich
    bin unendlich dankbar, da ich persönlich grundsätzlich wenig Ressourcen habe. Was ist denn um Himmels Willen ein gelaserter Po???

    • Liebe Jenny

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

      So genau weiß ich es nicht, ich habe nicht geguckt. Aber der Kleine hatte wohl ein paar Schwierigkeiten. Ich vermute es war eine Hautkrankheit am Popo, die entfernt wurde.

      Viele Grüße und frohe Weihnachten

  5. Das war bei meiner Tochter auch so. Jetzt mit 4 Jahren ist es immer noch so. Ohne mich oder ohne Papa geht sie nirgends hin und bleibt auch nirgends( kein Kiga etc/ die Trennungs Angst es dann so groß, dass sie so viel schreit, bis sie sich übergibt ) Nachts schläft sie auch nur mit uns. Sonst hat sie Angst, wir können gehen .Man kann da gar nichts machen, außer geduldig bleiben . Ist halt so. Mein zweites Kind Ist das ausgeglichenste Baby. Kein Vergleich. Jeder ist halt anders .

    • Liebe Matima

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Du hast vollkommen Recht. Die Kinder (und Erwachsene) sind ganz verschieden und man kann nur den Charakter annehmen und das Kind entsprechend begleiten.

      Viele Grüße und frohe Weihnachten

  6. Mir kommt sooo vieles bekannt vor. Das schwierige Einschlafen, das nicht Ablegen können und ganz besonders dass jedes Nickerchen nur in Begleitung geht!
    Bei uns wurde es ungefähr ab dem 11. Monat etwas anders. Jetzt ist mein Sohn 22. Monate alt und alle dieser Punkte sind DEUTLICH einfacher. Ich habe einen wunderbaren, intelligenten Sohn, der sehr eigenständig ist und viel spricht.
    Ich kann sehr gut nachfühlen, wie es dir geht. Ich habe überlegt, ob ich dich auf Hochsensibilität hinweise, aber manchmal denke ich, dass diese ganzen Stempel (auch wenn sie sehr erleichtern können, wie auch von dir angedeutet!) sehr einschränkend wirken können in der Sicht aufs Kind.
    Ich möchte dir einfach Mut machen auf die Zeit zu vertrauen und wünsche dir, dass du gute Freunde findest, die die beiseite stehen. Das war meine Rettung.
    Und ich habe vor einer Woche den Ansatz von Aletha Solter kennengelernt, der mich rückblickend nochmal sehr nachdenklich gemacht hat. Vielleicht ist das auch für dich interessant zu lesen. Alles alles Gute! Wenn du Austausch suchst, melde dich gerne bei mir!!

    • Liebe Katharina

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ich hoffe auch auf die Zeit. Es ist ja schon leichter als früher, halt nur so gar nicht leicht. Er läuft jetzt fast frei und auch sprachlich tut sich sehr viel. Da ist man ja auch sehr gestresst. Ich kann ihn voll verstehen, aber erschöpft bleibe ich ja trotzdem.

      Über Hochsensibilität habe ich schon viel gelesen. Mal sehen ob es auf ihn zutrifft, auf mich trifft es auf jeden Fall zu und ich habe dadurch auch viel über mich gelernt. Überhaupt in dieser Zeit.

      Das Ausweinen lassen kenne ich. Ich bin aber unsicher ob das für ganz Kleine schon korrekt ist, für die ist das ja ein enormer Kraftakt und wachsen kostet ja schon so viel Kraft. Da ist das doch von der Natur sehr viel verlangt.

      Jetzt machen wir das wenn er arg gestresst ist, dann stille ich und wenn er nicht einschlafen kann, dann halte ich ihn und er weint und zappelt und überstreckt und lässt es raus. Da haben wir tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass ihm das gut tut. Er schläft dann besser. Ansonsten schreit er viel nachts und ich hopse fast die ganze Nacht. Aber es ist schwer.

      Liebe Grüße

  7. Ich fühle mit dir! Mein erstes Kind habe ich mit 25 kurz vor Ende des Medizinstudiums bekommen. Er war ein richtiges Anfängerbaby und tiefenentspannt. Ich konnte sogar weiter nebenher arbeiten und habe vollzeit weitee studiert. 2 Jahre später kam diesen Sommer dann meine Tochter und ich dachte, ich ging selbstbewusst und entspannt die Babyzeit an. Tjaa ich musste schnell feststellen, was high need bedeutet. Mein ganzes Leben dreht sich seit dem Sommer nur um meine kleine Maus. Kaum eine Minute für mich, vom Studium mal ganz abgesehen! Aber mit 5 Monaten geht es nun merklich besser. Nach täglichem Anbieten trinkt sie jetzt sogar Muttermilch aus der Flasche und der Papa darf auch mal ein paar Stunden auf sie aufpassen. Ich bin völlig am Ende, das können wirklich nur die verstehen, due es selber durchmachen. Die ersten paar Stunden ganz für mich waren göttlich! Ich schicke dir ein bisschen von meiner neu gewonnenen Kraft und denke an dich. Und drücke die Daumen , dass auch du bald ein wenig durchatmen kannst.
    Liebe Grüße aus Köln

    • Liebe Alexandra

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Schön, dass es bei euch leichter wurde. Es ist wirklich heftig. Mein Sohn ist ja schon 10 Monate (schon…) und läuft fast schon frei (immer öfter, aber noch nicht immer). Ich bin gespannt wann es sich etwas entspannt.

      Viele Grüße und frohe Weihnachten

  8. Ich hab auch so ein kleines menschlein zuhause. Natürlich ist er richtig wie er ist. Jedes kind holt sich das was es bekommt, soviel wie möglich. Bedürfnisorientiert klingt toll. Doch was lebst du deinem kind vor? Sicher kein bedürfnisorientiertes Leben, denn dein kind sieht, dass du auf deine bedürfnisse null rücksicht nimmst. Nicht wirklich authentisch, sehr schade. Was lernt dein kind daraus? Es wird es dir später nicht danken ein so verzerrtes bild der bedürfnisse erhalten zu haben. Dein kind braucht führung und anleitung. So viel verantwortung kann und will es nicht tragen wie ihm aufgebürdet wird und das scheint er deutlich zu zeigen. Viel kraft für deinen selbstlosen weg.

    • Liebe Kathrin

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Du hast vollkommen Recht, dass auch meine Bedürfnisse wichtig sind. Es ist ein Abwägen welche Bedürfnisse gerade schwerer wiegen. Und da ich meine Bedürfnisse aufschieben kann und der Kleine dazu kognitiv noch gar nicht in der Lage ist, schiebe ich meine Bedürfnisse erst mal auf. Denn dem Kleinen geht es ja auch nicht gut. Er ist verwirrt von der Welt, alles ist laut und ändert sich ständig, er hat vielleicht Wachstumsschmerzen und Zahnschmerzen. Also zeige ich ihm, dass er wichtig und richtig ist und begleite ihn.

      Zu einem späteren Zeitpunkt wird er dann in der Lage sein (kognitiv) seine Bedürfnisse kurz aufzuschieben. Und dann kann ich ihm sagen „ich trinke jetzt meinen Kaffee aus und dann spielen wir Lego“.

      Wir versuchen ihm seinem Alter entsprechend viel Verantwortung zu geben, insbesondere über seinen Körper. Wir achten auf seine Signale. Wenn er müde ist, gehen wir schlafen. Jedoch nicht nach der Uhr.

      Viele Grüße und frohe Weihnachten

  9. Liebe Kathrin
    es lässt sich leicht sagen, dass andere auf ihre eigenen Bedürfnisse achten müssen, damit sie authentisch bleiben! Manchmal geht es wirklich nicht anders. Es tut schließlich auch der Mutter gut, wenn das Baby zufrieden ist. Ich verhätschele mein Baby nicht, wenn ich sofort ubd verlässlich auf mein Kind reagiere. Denn auch für mich selber bedeutet das Schreien Stress pur. Daher tue ich auch etwas für mich selbst, wenn ich mich um mein Kind kümmere. Manchmal lassen die Umstände eben nicht mehr zu. Außerdem lernt ein Kind mit 10 Monaten noch lange nicht irgendetwas über die Bedürfnisse der Mama. In diesem Alter kennen die kleinen nur ihre eigenen Bedürfnisse. Es ist für andere vermutlich nur schwer nachvollziehbar, aber manchmal gibt es keine Alternativen.

  10. Etwas brauchen und wollen sind doch zweierlei. Er braucht deine nähe, jedoch muss er akzeptieren, dass mit ihm nicht mitten in der nacht auf dem ball gewippt wird. Er hat ja alles was er braucht, nur in diesem moment nicht was er will (hopsen). Seine grundbedürfnisse sind gestillt.
    Auch mit 10 monaten ist er in der lage zu warten bis die bedürfnisse der eltern gestillt sind. Vielleicht gefällt ihm das nicht und er weint aber es werden nicht seine bedürfnisse verletzt wenn er warten muss bis du geduscht hast, es gefällt ihm einfach nicht. Das hat doch nichts mit bedürfnisorientiert zu tun, so sehe ich das halt. Habe zwillinge und könnte gar nicht kmmer springen wenn einer mal nicht alleine sein will.
    Zahnschmerzen muss er wohl aushalten, wie jedes kind, die frage ist eher, ob du sie erträgst😊.

  11. Hallo! Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen! so ausgeprägt war es mit meiner großen zwar nicht, aber gerade die Mama-fixiertheit und die überreiztheit woanders kenne ich sehr gut! Und auch die isoliertheit daheim allein… Für uns wurde es besser, als ich anfing die anderen (wenigen, sher wenigen) Mütter, die ich kannte und sympathisch fand, zu mir nach hause einzuladen. dort fühlte die große sich einigermaßen wohl, da schaut keiner blöd, wenn das kind einem nicht vom schoß weicht und man hat die überreizung etwas im griff. ich habe auch immer offen angesprochen, dass ihr vieles schnell zu viel wird und sie sehr auf mich fixiert ist, und klar, manche reagieren komisch, aber manche verstehen es eben auch oder respektieren es zumindest. Wenn mal für ne stunde besuch kommt, hat man wenigstens gesellschaft und muss aber nicht woanders hin. vielleicht findest du ja in foren oder übers Netz irgendwie mütter, die dich verstehen udn aus deiner gegend sind? es wird sicher mit der zeit immer besser werden, besonders bleiben die kinder aber immer, gerade die fixiertheit auf mich und inwzischen auch den papa und die überreizung, das ist mal mehr mal weniger stark, aber ganz weg geht es nie und in fremder umgebung mit vielen lauten menschen, das geht noch immer (sie ist jetzt 4,5 Jahre) gar nicht. man wird aber dadurch auch radikaler, kontakte die belasten werden radikal aussortiert, man findet mit der zeit die kraft, das anzunehmen (ab und zu auch wiede rnicht, aber man gewöhnt sich irgendwie dran)…

  12. Ich muss mal ein Tränchen heulen …

    Es ist, wie du sagst: der Name macht es auch für mich besser aushaltbar, dass unser Baby uns sehr intensiv braucht. Es gibt mir das Gefühl, kein Waschlappen zu sein. 😉

    Leider sieht mein Mann das anders und würde gern weniger bedürfnisorientiert erziehen – „dann lassen wir sie eben weinen, bis sie einschläft“. Das ist seine Art, auf die Übermüdung und Überanstrengung zu reagieren.

    Dein Blog hilft mir. Danke dafür. Ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg.

    • Liebe Sabrina

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich bin unheimlich froh, dass mein Mann da fast immer so denkt wie ich. Im Prinzip ist schreien ja nichts schlimmes. Mittlerweile lassen wir Charlie oft abends ausweinen. Er ist dann sehr unruhig und kann nicht einschlafen. Ich halte ihn dann und er weint und schreit und ich streichle und tröste und lasse ihn auf mir rumwälzen. Danach schläft er nachts deutlich besser. Und er kann gut einschlafen. Nur alleine schreien lassen machen wir nicht. Ihr macht auf jeden Fall nichts kaputt wenn ihr das so macht. Ihr seid dann bei ihr.

      Es ist schwer, aber ich glaube fest daran, dass wir es so richtig machen. Und es wurde schon viel leichter! Das kannst du deinem Mann auch sagen. Die Kinder schaffen es alleine!

      Ich drücke dich. Liebe Grüße

    • Liebe Sabrina

      Noch ein Nachtrag. Mein Mann, der absolut überzeugt von AP ist, hat unter Stress (wie langes schreien oder dauerquengeln) auch das Bedürfnis Charlie schreien zu lassen. Und er würde das auch machen. Ich sage dann, dass ich das nicht mache und mein Mann bedauert es sobald er sich beruhigt hat. Das steckt ganz tief in uns. Haltet durch!

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