Im Wachstumsschub und innere Dämonen

Charlie Brown steckt in einem schlimmen Wachstumsschub und bekommt Zähne. Ja, Mutter Natur kann sehr grausam sein! Er ist also entweder überdreht und quiekt vor Freude oder er ist völlig fertig und weint und knatscht. Letzteres überwiegt. Auch im Schlaf weint er und der Ball ist wieder im Einsatz. Möp. Für alle eine anstrengende Zeit.


Portrait of crying baby girl in purple dress on living room at home
photo credit: Fiery-Phoenix portrait of crying baby girl on living room at home via photopin (license)

Ich kämpfe mit mir. Ich weiß, dass es ihm schlecht geht und er ist verwirrt von dem neuen Verständnis der Welt. Aber ich bin leider trotzdem genervt und erschöpft und unspezifisch wütend. Und mein dämlicher Bauch sagt auch ständig „der zickt rum“. Tut er nicht. Das weiß ich. Aber es ist schwer.

Wir hatten endlich einen Rhythmus und Nächte in denen ich mich erholen konnte. Wir haben sogar überlegt Ausflüge zu machen. Und, noch viel wichtiger, mir Freizeit einzuräumen. Ich wollte Nähen. Alles ist bereit, inklusive neuer Maschine. Doch jetzt fällt das erst mal flach und wir haben den Status Quo von vor drei Monaten oder schlimmer.

Ich bin also gar nicht genervt und wütend. Sondern traurig und erschöpft und ich habe Angst, dass ich nie zu meiner Me-Time komme. Und wir reden hier über ab und zu ne halbe Stunde. Also eigentlich nicht sehr hoch gestapelt. Aber das geht momentan wieder nicht.

Dabei brauche ich diese Auszeit so dringend! Ich hatte seit Monaten keine zehn Minuten nur für mich. Ich möchte mich um mich kümmern, damit ich beim nächsten Wachstumsschub nicht unspezifisch wütend und genervt bin. Sondern einfühlsam.

Dennoch atme ich tief durch, kneife die Pobacken zusammen und gehe so gut ich kann auf meinen wundervollen Sohn ein. Ich tröste und kuschel und schlucke das genervte Schnauben runter. Auch wenn es in mir tobt. Denn er leidet vermutlich viel mehr als ich und braucht mich jetzt umso mehr. Und er zeigt mir seine bedingungslose Liebe und sein Vertrauen, dass ich sein Elend lindern kann.

Trotzdem denke ich aufgrund all dieser Gefühle, dass ich eine schlechte Mutter bin gerade. Denn ich muss mich viel mehr zusammenreißen als sonst und den Bauch erst einmal abschütteln.

Naja, alles nur eine Phase…

Dieser Beitrag wurde unter Alltag veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permanentlink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*