Was ich werde wenn ich groß bin

Als ich etwa fünf war wollte ich Stewardess werden. Meine Cousine wollte das machen und sie war älter und damit cool. Als meine Mutter dann erklärte, dass das eine Kellnerin im Flugzeug ist, wollte ich Pilotin werden. Ganz schön versnobbt…

Mit 9 wollte ich Polizistin werden. Immerhin kannte ich den Anfang vom Tatort und wusste was auf mich zu kommt. Man läuft mit einer Waffe durch die Gegend und schreit Polizei. Ein toller Job. Vielleicht kommt man sogar ins Fernsehen. Auch hier wurde ich aufgeklärt, diesmal vom Priester im Kommunionsunterricht. Er sagte mir, dass da noch viel mehr ist, zum Beispiel auch Schreibarbeiten. Fand ich doof.

9662665997_214b1f7e48_o
photo credit: scientist-minifig via photopin (license)

Mit zwölf wollte ich dann Tierärztin werden. Vorausschauenderweise wählte ich Latein (das braucht man ja) und war ganz sicher, dass ich das will. Diesmal habe ich es mir selbst ausgeredet. Denn ich mag Hunde – und Katzenbabys, aber ich bin wirklich kein Tiernarr. Da stand ich nun, ich armer Thor, und war so klug als wie zuvor.

Das war es mit meinen Karriereplänen, danach kam ein großes Loch und dann das Abi. Eine Entscheidung musste her. Ich liebäugelte kurz mit Anthropologie, da sagte meine Mutter jedoch, dass sie mir das nicht bezahlt und so wichtig war es mir auch nicht. Ich suchte also nach einem Universalstudium. BWL, war mein Gedanke. Doch da gibt es so viele von, also Wirtschaftsmathematik. Das klingt besser.

Im Studium lernte ich schnell zwei elementare Sachen. Erstens, Mathematik ist viel schwerer als BWL und zweitens, ich kann BWL nicht leiden. Also machte ich VWL und entdeckte die Statistik für mich. Daten zur Volkswirtschaft analysieren machte Spaß. So sehr, dass ich gleich noch den Doktor angehängt habe.

Und weil ich immer noch nicht genug von Daten hatte, bin ich im Anschluss bei einem Forschungsinstitut gelandet. Und dort arbeite ich auch noch, wenn ich nicht gerade in Elternzeit bin.

Tatsächlich gibt mir meine Arbeit unglaublich viel. Ich lerne immer dazu, habe tolle Kollegen und kann etwas tun was mir Spaß macht. Ich muss sagen, für jemanden ohne Plan nach dem Abi, habe ich Glück gehabt etwas zu finden was mir liegt.

Derzeit bin ich noch in Elternzeit. Ich wollte eigentlich früh wieder anfangen, doch Charlie Brown brauchte mich noch, daher haben wir die Elternzeit kurzerhand verlängert (toller Arbeitgeber, nicht wahr?). Haushalt und Familie vereinbaren wir nicht. Ich hasse Haushalt! Wir haben einen ganz wunderbaren Putzelfen, der wöchentlich reinigt. Den Rest der Zeit sorgen wir dafür, dass das Chaos nicht über uns einbricht. Das Projekt Vereinbarkeit ist bei uns erst einmal auf Eis gelegt, aber dafür sind wir eine ausgesprochen glückliche Familie!

Was möchte ich nun werden wenn ich groß bin? Bisher hat sich alles immer wunderbar zusammen gefügt und meine Pläne musste ich oft korrigieren. Mein Wunsch momentan ist im nächsten Schritt an eine Fachhochschule zu gehen, aber tausend andere Sachen können auch viel Spaß machen. Ich freue mich auf jeden Fall darauf.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade über #workingblogger von Florian von der Großstadtküste. Das habe ich gerne als Anlass genommen um bei meiner ersten Blogparade mitzumachen.

2 Gedanken zu „Was ich werde wenn ich groß bin#8220;

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*